Archäologischer Wanderpfad Fischbeker Heide
Der „Archäologische Wanderpfad Fischbeker Heide“ des Archäologischen Museums
11 Stationen führen zu vorgeschichtlichen Bestattungsplätzen
=> Karte Archäologischer Wanderpfad Fischbeker Heide mit den 11 Stationen
"ZEITREISEN
Der Archäologische Wanderweg Fischbeker Heide
Haben Sie Lust auf eine Reise in die Vergangenheit? Wir möchten Sie einladen, auf etwa vier Kilometern auch einige Jahrtausende hinter sich zu lassen!
Die Fischbeker Heide ist reich an Kulturdenkmälern. Es gibt Hunderte von Begräbnisstätten aus beinahe allen geschichtlichen Epochen. Einige sind gut zu erkennen, andere erst durch wissenschaftliche Forschung wiederentdeckt worden. Die meisten Gräber stammen aus der Bronzezelt. Sie wurden also vor 3000 bis 4000 Jahren angelegt.
An insgesamt 11 Stationen möchten wir Ihnen die Denkmäler, aber besonders auch die Menschen hinter den Objekten näherbringen. Mit dem, was heute noch erhalten Ist, zeigen wir Ihnen, was gewesen sein mag.
Und wir zeigen Ihnen, wie man aus Spuren in der Erde etwas über vergangene Zeiten herauslesen kann. Die Archäologie ist keine Geheimwissenschaft. Mit ihren Methoden bringt sie Dinge ans Licht, die sonst für immer im Dunkeln blieben. Auf dem Archäologischen Wanderweg können wir Ihnen nur einen kleinen Einblick in den Kulturraum Fischbeker Heide geben. Sie treffen hier und in der Umgebung auf Überreste aus allen Zeiten. Von der Stein-, Bronze- und Eisenzeit führt Sie der Weg ins Mittelalter und zurück in die Gegenwart.
Wenn wir Sie neugierig gemacht haben, dann entdecken Sie für sich doch auch die anderen Kulturdenkmäler der Umgebung. Nicht weit entfernt stoßen Sie auf den Moisburger Stein und eine Reihe anderer Grenzsteine aus dem 18. Jahrhundert. Und auch der Falkenberg, eine frühmittelalterliche Burg aus dem 7.-10. Jahrhundert, ist einen Abstecher wert.
Wir wünschen Ihnen Spaß auf Ihrer Entdeckungsreise.
Ist etwas Spannendes für Sie dabei?
1. Zeitraffer - Archäologische Denkmäler der Fischbeker Heide
2. Glaubensbekenntnis - Gräber der Bronze- und Eisenzeit
3. Goldgräberstimmung - Zerstörter Grabhügel der älteren Bronzezeit
4. Blickfang - Grabhügel der älteren Bronzezeit
5. Wiederverwendung - Ehemaliges Großsteingrab der Jungsteinzeit
6. Fundgrube - Lehm- und Mergelkuhlen des 18./19. Jahrhunderts
7. Restbestände - Doppelgrabhügel der Stein- und Bronzezeit
8. Spurensuche - Rekonstruierter Doppelgrabhügel der Stein- und Bronzezeit
9. Aufhebenswertes - Rekonstruierte Bestattungen der mittleren Bronzezelt
10. Grabesstille - Grabhügel der Bronzezeit
11. Sinneswandel - Bestattungsplatz der Bronzezeit
Die 11 Stationen sind zwar durchnummeriert, können aber in beliebiger Reihenfolge besucht werden.
- Alt- und Mittelsteinzeit: 1 Mio. – 2500 Jahre v. Chr., Jäger und Sammler (Zelte)
- Jungsteinzeit: 2500 – 1800 v. Chr., Bauern und Viehzüchter (Keramik, Hausbau)
- Bronzezeit: 1800 – 800 Jahre v. Chr., Händler und Bronzegießer (Schmuck, Geräte)
- Eisenzeit: 800 – 0 Jahre v. Chr., Eisenverhüttung (Waffen, Geräte)
- Römerzeit: 0 – 500 Jahre n. Chr., Germanen und Völkerwanderung
- Mittelalter: 500 – 1500 Jahre n. Chr., Christianisierung, Städte, Kreuzzüge
- Neuzeit: 1500 – heute, Entdeckung Amerikas, Naturwissenschaften, Industrialisierung"
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
1. Zeitraffer - Archäologische Denkmäler der Fischbeker Heide
"Archäologische Denkmäler der Fischbeker Heide:
Über viele Jahrhunderte
haben Menschen in diesem Gebiet gelebt und ihre Toten bestattet. Das älteste Grab stammt aus der jüngeren Steinzeit vor 4500 Jahren. Seitdem wurden von der Bronzezeit bis um Christi Geburt hier immer wieder Gräber und ganze Friedhöfe angelegt. Jüngere Spuren reichen vom Frühmittelalter bis ins 19. Jahrhundert.
Auf den Punkt gebracht...
Der Standort des Großsteingrabes und des frühmittelalterlichen Kultplatzes befindet sich bei Station 5. Älterbronzezeitliche Grabhügel finden Sie an Station 3, 4 und 7 bis 10. Den Übergang zur Totenverbrennung können Sie an Station 11 verfolgen. Das Urnengräberfeld der jüngeren Bronze- und Eisen-zeit ist Thema von Station 2. Auf Spuren der neuzeitlichen Lehm- und Mergel-kuhlen treffen Sie an Station 6.
Fast alle geschichtlichen Epochen
sind im Gebiet zwischen Heidekrug und Tempelberg vertreten: die jüngere Steinzeit durch ein Großsteingrab, die ältere Bronzezeit durch zahlreiche Erdhügel, unter denen man die Toten begrub. Urnengräber der jüngeren Bronze- und Eisenzeit waren erst nach Ausgrabungen zu erkennen.
Aus historischer Zeit stammen ein frühmittelalterlicher Kultplatz am alten Großsteingrab und Abbaugruben von Lehm und Mergel aus dem 18./19. Jahrhundert.
Nachdem ein hier ansässiger Bauer immer wieder auf Scherben urgeschichtlicher Gefäße gestoßen war, fanden schọn 1922 erste archäologische Untersuchungen statt. Ab 1973 gab es weitere Grabungen im Gebiet der Fischbeker Heide. Die Ergebnisse ermöglichten es, eine Reihe von Denkmälern wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen und 1974 den archäologischen Wanderpfad anzulegen."
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
2. Glaubensbekenntnis - Gräber der Bronze- und Eisenzeit
"Gräber der Bronze- und Eisenzeit:
Einen Blick ins Jenseits
erlauben uns die Bestattungen vergangener Zeiten. Die Gräber sind ein Spiegel bestimmter Glaubensvorstellungen und des Umgangs mit dem Tod. Ungefähr 2000 Jahre lang, vom Ende der Jungsteinzeit bis zur Zeitenwende, wurden in der Fischbeker Heide Verstorbene beerdigt.
Dabei änderte sich mehrfach die Art und Weise der Bestattungen.
Auf den Punkt gebracht...
Die Form der Beisetzung ist der einzige Hinweis auf bestimmte Glaubensvorstellungen. Für die Zeit, in der in der Fischbeker Heide bestattet, wurde, gibt es keine schriftlichen Auszeichnungen. Geschichte und Traditionen wurden mündlich an die folgende Generation weitergegeben. Andere Bestattungsarten finden Sie unter anderem an den Stationen 4, 5, 9 oder 11.
In diesen Waldstück
und auf der angrenzenden Wiese wurden von der späten Bronze- bis in die jüngere Eisenzeit, zwischen dem 8. und dem 2.Jahrhundert v. Chr. Gräber angelegt. Die Körper der Toten wurden verbrannt und die Asche in Urnen beigesetzt. Die ältesten Gräber liegen unter flachen Grabhügeln. Spätere Urnenbestattungen wurden mit einem Steinpflaster oder einzelnen Steinen bedeckt. Jüngere Brandgräber hatten lediglich einen einfachen Steinschutz. Die Grabbeigaben waren insgesamt spärlich, auch, wenn Frauen reicher ausgestattet waren.
Solche Unterschiede zeigen, dass sich religiöse Vorstellungen und Traditionen mit der Zeit gewandelt haben. Vielleicht sind sie auch Zeichen für Veränderungen in der Gemeinschaft. In jedem Fall gab es aber feste Regeln für den Umgang mit den Toten."
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
3. Goldgräberstimmung - Zerstörter Grabhügel der älteren Bronzezeit
"Zerstörter Grabhügel der älteren Bronzezeit:
Verborgene Reichtümer
lockten Ausgräber im 19. Jahrhundert zu den bronzezeitlichen Hügelgräbern. Wer Glück hatte, fand Schwerter, Bronzeschmuck oder sogar Gold. Der kürzeste Weg zu den wertvollen Grabbeigaben führte von der Hügelkuppe senkrecht nach unten ins Grabinnere. Was zurückblieb, waren unansehnliche Stücke wie Scherben oder Knochen und eine Vertiefung im Hügel, ein sogenannter Trichter.
Auf den Punkt gebracht...
Von der ältesten bis zur mittleren Bronzezeit (1800-1100 v. Chr.) wurden die Toten, in Baumsärgen bestattet. Wie es im Inneren eines Grabhügels aussah, zeigt Station 9.
Die Hügel über den Gräbern der älteren Bronzezelt waren häufig sehr hoch. Ein beeindruckendes Beispiel finden Sie an Station 4.
Die frühen Ausgräber
waren häufig gebildete Leute wie Ärzte, Lehrer oder Pastoren. Sie handelten oft in der besten Absicht, doch zerstörten sie bei ihrer Suche wertvolles Kulturgut. Denn sie notierten nicht, wo genau und unter welchen Umständen sie die geborgenen Dinge fanden. Auch hoben sie nur auf, was ihnen wertvoll erschien.
Metallgegenstände nahmen sie mit, doch Tonscherben oder Stofffetzen ließen sie liegen. Viele Fragen können daher heute kaum noch beantwortet werden: wie sah die Tracht der Menschen damals aus oder welche Zeremonien wurden während des Begräbnisses durchgeführt? Wieviel Wissen verloren ist, lassen die Trichter in vielen Hügeln wie diesem erahnen."
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
4. Blickfang - Grabhügel der älteren Bronzezeit
"Grabhügel der älteren Bronzezeit:
Ein neues Material,
die Bronze, brachte viele Veränderungen mit sich. Vor 4500 Jahren tauchten zunächst die ersten Kupfergegenstände im Norden auf: Schmuck und Werkzeuge. Bald folgten bronzene Güter. Sie fanden reißenden Absatz. Denn Bronze bedeutete Status und Prestige. Auch die Grabanlagen baute man nun sehr aufwändig. Mehrere Meter hohe Grabhügel wurden für die Oberschicht auf-geschüttet.
Auf den Punkt gebracht...
in der älteren und mittleren Bronzezelt wurden die Toten in Baumsärgen unter einem Erdhügel bestattet. Wie ein solcher Hügel ursprünglich aussah, zeigen Station 7 und 8. Einen Blick in das Innern eines Hügels können Sie an Station 9 werfen. In der älteren und mittleren Bronzezeit begann man, die Toten zu verbrennen. Gräter aus dieser Übergangszeit sehen Sie an Station 11.
Macht und Ansehen
führten in der älteren und mittleren Bronzezeit (1800-1100 v. Chr.) zur Errichtung großer Grabhügel. Offensichtlich waren einige nicht nur Grabstätten, sondern markierten durch ihre Lage und Ausmaße auch Herrschaftsansprüche.
Der Bau eines Hügels dürfte einige Wochen gedauert haben. Für den Sarg mußte ein Baum gefällt und ausgehöhlt werden. Um den Sarg zu verkeilen, brauchte man kopfgroße Steine. Nach der Bestattung wurde das Material für den Hügel - Sand, Lehm oder Heidesoden - herbeigeschafft und aufgeschüttet. Am Schluss stellte man rund um den Hügelfuß einen Kranz aus Steinen auf. Einige Hügel bedeckte man sogar vollständig mit einer Steinlage."
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
5. Wiederverwendung - Ehemaliges Großsteingrab der Jungsteinzeit
"Ehemaliges Großsteingrab der Jungsteinzeit:
Heute ist nichts mehr zu erkennen,
doch vor 4500 Jahren stand hier ein Großsteingrab. Wie so viele andere hat es eine wechselvolle Geschichte, die im 18./19. Jahrhundert mit seiner endgültigen Zerstörung endete. Eine sorgfältige Ausgrabung und Dokumentation aller Spuren ermöglichte es zu erkennen, dass das Grab im Laufe der Zeit immer wieder aufgesucht und auf verschiedene Weise genutzt wurde.
Auf den Punkt gebracht...
Großsteingräber sind die Begräbnisstätten der ersten Bauern Norddeutschlands. Gleichzeitig gab es auch einfache, in die Erde eingetiefte Gräber. Daher ist unklar, wer den Vorzug hatte, in diesen aufwändigen Gräbern bestattet zu werden. Kollektivgräber mit mehreren Bestattungen waren die Grablegen einer Gemeinschaft, anders waren Einzelgräber für hochgestellte Persönlichkeiten. Nur solche Grabanlagen sind aus dem Harburger Raum bekannt.
Spuren des Grabes
zeigten sich nur noch durch Standspuren der Trägersteine und als Fußbodenpflaster der Grabkammer. Diese bestand ursprünglich aus tonnenschweren Findlingen und war von einem Erdhügel bedeckt. Reste von Tongefällen in und an dem Grab zeigen, dass hier über einen Zeitraum von etwa 200 Jahren nacheinander mehrere Menschen beigesetzt wurden. Im Frühmittelalter (um 900 n. Chr.) diente das Grab offenbar als Kultplatz. Tausende von Scherben zeigen, dass man im Verlauf von etwa 120 Jahren bis zu 2500 Tongefäße auf dem Deckstein der Kammer zerschlug. Das aufkommende Christentum setzte diesen Riten oder Festen ein Ende. Im 18./19. Jahrhundert diente das Grab schließlich als Steinbruch. Die Steine fanden beim Hafen-, Deich- und Hausbau Verwendung. Die großen Findlinge zahlreicher Großsteingräber wurden dafür zerschlagen und abtransportiert."
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
6. Fundgrube - Lehm- und Mergelkuhlen des 18./19. Jahrhunderts
"Lehm- und Mergelkuhlen des 18./19. Jahrhunderts:
Nicht das Alter zählt, um als Objekt interessant zu sein. Die Archäologie sucht überall dort nach Spuren wo Schriftquellen oder oder Aufzeichnungen fehlen. Dies können hier eine 100 Jahre alte Grube oder die Reste einer ehemaligen Fabrik sein. Deshalb überschneiden sich oft Forschungsgebiete verschiedener Wissenschaften. Zusammenarbeit ist also wichtig.
Auf den Punkt gebracht
Auch Eingriffe der Menschen in den Boden der jüngeren Zeit könnten für die Archäologie von Interesse sein. Die Grabungsergebnisse werden mit anderen Wissenschaften verglichen. Nähere Informationen über die Methoden der Archäologie …
Dies Loch in der Erde
hat sich als Rest einer Lehm- und Mergekuhle entpuppt. Noch bis ins 20. Jahr-hundert wurde hier bis zu 6 m tief das Material abgebaut. Der kalkhaltige Mergel diente den Bauern als Dünger für die armen Heideboden. Lehm war preiswertes Baumaterial. Solche Beispiele aus dem Alltag der damaligen Bevölkerung untersucht normalerweise die Volkskunde Wo es nötig ist, können archäologische Grabungen das Bild erweitern. Moderne Forschungsprojekte sind ein Zusammen spiel von unterschiedlichen Wissenschaften Bei archäologischen Forschungsobjekten wird das Alter oft mit naturwissenschaftlichen Methoden ermittelt Auch die Biologie ist gefragt, um tierische und pflanzliche Reste zu bestimmen."
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
7. Restbestände - Doppelgrabhügel der Stein- und Bronzezeit
"Doppelgrabhügel der Stein- und Bronzezeit:
Ein leeres Grab
ist manchmal das einzige, was bei einer archäologischen Grabung ans Tageslicht kommt. Das bedeutet aber nicht, dass schon bei der Bestattung auf Beigaben verzichtet wurde. Das Fehlen von Gegen-ständen kann viele Gründe haben. Teil-weise sind Menschen daran schuld, teilweise äußere Umstände wie der Boden, das Klima und natürlich das Material der Gaben selbst.
Auf den Punkt gebracht...
Die Erhaltungsbedingungen hängen stark von der Beschaffenheit des Bodens ab. Während hier organisches Material zerfällt, hält es sich in feuchter Umgebung oft mehrere Jahrtausende. Die berühmten Moorleichen sind ein gutes Beispiel dafür. Näheres zu Grabbeigaben und Bestattungen finden Sie an Station 9 gleich gegenüber. Der Mensch als Störenfried wird bei Station 3 beschrieben.
Eine kleine Pfeilspitze
aus Feuerstein war der bescheidene Rest aus der unteren Bestattung in diesem Grabhügel. Die darüberliegende Bestattung (oberer Steinkreis) war fundleer. Eine derartige Fundarmut kann verschiedene Ursachen haben: organisches Material wie etwa die Leiche, Kleidung, Nahrung, der hölzerne Sarg oder ein Bogen zersetzt sich in sandigem Boden schnell und vergeht. Dadurch wird der Eindruck vom ursprünglichen Grabinhalt verfälscht. Auch Menschen können die Reste einer Grabausstattung verändern, sei es durch Grabraub oder die Zerstörung eines Grabes durch Bodeneingriffe. Selbst Tiere, die ihre Gänge durch das Erdreich buddeln, können kleinere Objekte verschleppen. Trotzdem ist es durch genaue Untersuchungen oft möglich, aus Verfärbungen im Boden auf ehemals vorhandene Gegenstände zu schließen."
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
8. Spurensuche - Rekonstruierter Doppelgrabhügel der Stein-und Bronzezeit
"Rekonstruierter Doppelgrabhügel der Stein-und Bronzezeit:
Genaue Untersuchungen
waren notwendig, bevor dieser Grabhügel mit seiner außergewöhnlichen Steinabdeckung wieder so errichtet werden konnte, wie er hier zu sehen ist.
Archäologisches Ausgraben ist viel mehr als das Einsammeln von Fundstücken.
Die Fundumstände sind oft wichtiger als das Objekt selbst. Besonders die genaue Lage muss sorgfältig bestimmt und fest-gehalten werden.
Auf den Punkt gebracht…
Das Werkzeug auf modernen Grabungen reicht von Bagger und Schaufel bis zu Pinsel und Pinzette.
Archäologische sind natur-wissenschaftliche Methoden ermöglichen es, das Alter des Fundes genau zu bestimmen. Dazu werden möglichst viele Proben genommen. Die Untersuchung der Schichtabfolge (Stratigraphie) war auch bei den Grabhügeln der Stationen
Ausgraben heißt zerstören,
denn durch jeden Eingriff in den Boden werden die alten Spuren unwiederbringlich, verändert. Daher ist das Wichtigste bei einer archäologischen Ausgrabung die genaue Dokumentation: Fotos, Zeichnungen, Beschreibungen, Entnahme von Bodenproben und Vermessung. Nur da-durch kann später eine genaue Auswertung erfolgen.
Beim Graben werden senkrechte Wände stehen gelassen, um die einzelnen Schichten des Bodens erkennen zu können. Solche „Profile“ ermöglichen es, die Fun-de einer bestimmten Schicht zuzuordnen und zeitlich bereits grob zu bestimmen. Denn jüngere Schichten liegen gewöhnlich über den älteren. So feigte eine seitliche Erdverfärbung an diesem Grabhügel…"
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
9. Aufhebenswertes - Rekonstruierte Bestattungen der mittleren Bronzezelt
"Rekonstruierte Bestattungen der mittleren Bronzezelt:
Der Blick in das innere
dieses Grabhügels aus der mittleren Bronzezeit (1300 - 1100 Chr.) ist auch ein Blick auf das Leben der Bestatteten. Häufig sind die Überbleibsel in den Gräbern das einzige Material, mit dem wir die Toten (zumindest im Geiste), wieder auferstehen lassen. Mit etwas Glück können Kleidung, Berufe oder die soziale Stellung rekonstruiert werden.
Auf den Punkt gebracht
Im Laufe der Bronzezelt änderte sich die Bestattungssitte. Zunächst beerdigte man die Toten in einen Baumsarg unter einem Erdhügel. Später verbrannte man die Toten und streute ihre Asche in einen Sarg. In einer Spätphase setzte man die Asche in einer Urne bei. Verschiedene Bestattungsformen aus dieser Zeit des Wandels sehen Sie an Station 11.
Hier wurden zwei Menschen beerdigt.
Vor der zentralen Bestattung im Baum sarg blieb nur eine Pfeilspitze aus Feuerstein übrig. Die kleine Steinbiste an der Seite wurde später angelegt. In ihr fanden die Ausgräber Reste einer Feuerbestattung. Offenbar wurden die Teile einer Frauen-tracht bestehend aus, Schmuckgegen-ständen zusammen mit der Asche der Toten aus den Resten des Scheiterhaufens gesammelt und begraben. Vermutlich wurde dieser Schmuck auch zu Lebzeiten getragen und nicht extra für die Bestattung angefertigt. An Objekten anderer Fundorte konnte man sehen, dass sie lange Zeit in Gebrauch waren.
Gräber sind allerdings kein direkter Spiegel der Lebenden. Ein Pfeil allein macht den Toten im Sarg noch nicht zum Jäger. Die Bedeutung kenn ganz unterschiedlich sein."
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
10. Grabesstille - Grabhügel der Bronzezeit
"Grabhügel der Bronzezeit:
Die Zelten überdauert
hat dieser Grabhügel. Viele andere archäologische Denkmäler sind mit der Zeit zerstört worden, nicht, unbedingt aus böser Absicht. Manchmal störte ein Hügel bei der Feldarbeit, war beim Bau von Gebäuden und Wegen hinderlich, oder man wollte sein Baumaterial, wie Sand und Steine, anderweitig verwenden. Wichtige Zeugen einer vergangenen Kultur gingen so unwiederbringlich verloren.
Auf den Punkt gebracht...
Der Umgang mit Bodendenkmälern ist in den Denkmalschutzgesetzen der Bundesländer geregelt. Zu einer wissenschaftlichen Untersuchung gehören nicht nur die Ausgrabung, sondern auch die Auswertung der Ergebnisse und eine sichere Aufbewahrung der Fundstücke. Der frühere Umgang mit Grabhügeln wird an Station 3 beschrieben, näheres zur Ausgrabung finden Sie bei Station 8.
Als geschütztes Bodendenkmal
soll dieser Grabhügel vor einer weiteren Zerstörung bewahrt bleiben. Er ist nach nicht ausgegraben worden und zeigt den heutigen Zustand eines im Laufe der Jahrtausende etwas "auseinander geflossenen" Hügels. Er ist durch das Hamburgische Denkmalschutzgesetz unter Schutz gestellt.
Auch wenn archäologische Objekte und Flächen heute durch Gesetze besser geschützt sind als in der Vergangenheit, sind viele von ihnen weiterhin bedroht.
Oft muss die geschichtliche Bedeutung hinter einer wirtschaftlichen Nutzung zurückstehen. Auch reichen die finanziellen Mittel der Archäologie oft nicht aus, um alle gefährdeten Objekte zu erforschen.
Daher wird normalerweise nur in Notsituationen gegraben. Wenn möglich, werden die Untersuchungen späteren Generationen überlassen."
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
11. Sinneswandel - Bestattungsplatz der Bronzezeit
"Bestattungsplatz der Bronzezeit:
Ein Großsteingrab
hatten die Archäologen unter diesem langen Hügel erwartet. Seine Größe und Spuren einer Steinumfassung sprachen dafür. Doch sie mussten umdenken. Ausgrabungen zeigten, dass es sich um viel mehr als ein Grab handelte. Neun Bestattungen der älteren und mittleren Bronzezeit (1800-1100 v.Chr.) kamen zu Tage. Sie zeigen deutlich den Wandel von Körper- zu Brandbestattungen in dieser Zeit.
Auf den Punkt gebracht...
Bis in die mittlere Bronzezeit setzte man die Toten in einem ausgehöhlten Baum unter einem Hügel bei. Eine Rekonstruktion können Sie an Station 9 sehen. Urnenbestattungen blieben von der jüngeren Bronzezelt (1100-800 v. Chr.) bis in die Karolingerzeit (8. Jahrhundert) vorherrschend. Reste eines jungbronze- bis elsenzeitlichen Hügelgräberfeldes sehen Sie an Station 2.
Welche Vorstellungen
hinter jeder Bestattungsart stecken, wissen wir nicht. Im Laufe der Bronzezeit fand jedoch offenbar ein Wandel statt. Dabei scheint es einige Zeit gedauert zu haben, bis sich die neue Grabsitte durchgesetzt hatte.
Auf engstem Raum sind hier verschiedenste Bestattungsformen vertreten: vier Körper- und fünf Brandbestattungen. Das Körpergrab in einem Baumsarg, wie in der älteren Bronzezeit üblich, war voll-ständig von Erde bedeckt. Heute ist das Steinbett des Sarges freigelegt (1). Daneben fand man Brandbestattungen, deren Leichenbrand ebenfalls in einem Erdgrab belgesetzt wurde (2), aber auch solche, die mit einem Steinpflaster auf ebener Erde markiert waren (3 und 4). Die Jüngste Variante ist die Brandbestattung in einer Urne. Diese Bestattungsform blieb für die nächsten 1700 Jahre die allgemein übliche."
Text: ©Archäologisches Museum Hamburg
Alle Informationstafeln: ©Archäologisches Museum Hamburg
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